dehnte sich der Bergbau auf das spätere Grubenfeld der Grube
Markus Röhling aus. Schon 1500 begann man für die Entwässerung
der Gruben des Schrecken- und Schottenberges den Orgelstolln vorzutreiben. Zwischen 1500 und 1505 folgte der 10 bis 15 m tiefere "St.
Annen Stollen", der heutige Markus-Röhling-Stolln. Mit einigen Unterbrechungen wurde dieser ständig weiter vorgetrieben
und 1733 der Erstneuglück-Flache-Gang, der spätere Haupterzgang
der Grube, entdeckt. |
Das
Grubengebäude "Markus Röhling" befindet sich im NW-Bereich der Annaberger
Graugneiskuppel.
Die fasrigen Zweiglimmer- bis Biotitorthogneise enthalten hier schieferungsparallel
(etwa 15 bis 20° Grad nach NW einfallend) zwei 0,1 bis 0,5 m mächtige
Metaschwarzschiefer, die sogenannten Schwebenden (22 im gesamten
Bergrevier).
Das Gebiet wird in der Teufe von Granit unterlagert, der örtlich
bis zu Tage ausgehende Aufwölbungen aufweist (Buchholz). In der
Bergbaugeschichte wurden im Annaberger Revier ca. 300 Erzgänge erschlossen
und abgebaut. Davon entsprechen mindestens 160 der BiCoNiAgU-Formation.
Im Grubengebäude Markus Röhling sind die zwei Hauptstreichrichtungen
der Annaberger Gangstrukturen gut aufgeschlossen. Die jüngeren NW
bis NNW- SSO streichenden Flachen, auf denen die Minerale der fluoro-barytischen
und der BiCoNiAgU-Formation ausgeschieden wurden, standen im Mittelpunkt
des Bergbaus.
Ihre Bauwürdigkeit war aber im Streichen sehr beschränkt, da die
Erzmittel meist nur in der Nähe der Gangkreuze bauwürdig und an
die sogenannten Schwebenden gebunden waren. Für den Einfluß letzterer
auf die Ausfällung der Metalle ist die Grube Markus Röhling ein
Musterbeispiel.
Die älteren, etwa O-W streichenden Morgen- und Spatgänge werden
von der Zinn-Wolfram- bzw. der kiesig-blendigen Formation gebildet.
Sie spielten für die Grubengeschichte keine bzw. eine untergeordnete
Rolle. Im wesentlichen waren es im Grubenfeld der Markus Röhling
Fundgrube der "Erstneuglück Flache" und der "Heynitz Flache", die
sich mit unterschiedlichem Einfallen in der Teufe kreuzten und mit
ihren Anbrüchen die meisten Silber- und Kobalterze lieferten. Silberträger
waren besonders Proustit, Pyrargyrit, Argentit, gediegen Silber
und Chloanthit. Als Kobaltträger traten Skutterudit und Safflorit
auf. |