Liebe Eltern, es dürfen nur Kinder erst ab 6 Jahre ins Besucherbergwerk einfahren. Dies ist eine Weisung des Oberbergamtes und wir können leider keine Ausnahmen machen. Wir bitten um ihr Verständnis und freuen uns auf einen späteren Besuch ihrer Familie im „Markus-Röhling-Stolln“ - Führungen um 16:00 Uhr werden nur ab 4 Personen durchgeführt - Aus Betriebstechnischen Gründen sind Änderungen in den Führungszeiten gegebenenfalls möglich.


Bereits wenige Jahre nach dem ersten Silberfund am Schreckenberg 1491.....

Sinter Grubenmauerung mit Wasserdurchlass
dehnte sich der Bergbau auf das spätere Grubenfeld der Grube Markus Röhling aus. Schon 1500 begann man für die Entwässerung der Gruben des Schrecken- und Schottenberges den Orgelstolln vorzutreiben. Zwischen 1500 und 1505 folgte der 10 bis 15 m tiefere "St. Annen Stollen", der heutige Markus-Röhling-Stolln. Mit einigen Unterbrechungen wurde dieser ständig weiter vorgetrieben und 1733 der Erstneuglück-Flache-Gang, der spätere Haupterzgang der Grube, entdeckt.
Stoss Abgesoffene Strecke
Bis zur Einstellung des Grubenbetriebes im Jahre 1857 wurden etwa 15,4 Tonnen Silber und 51326 Zentner Kobalterz gefördert. Damit war die Grube eine der ertragreichsten im Annaberger Bergbaurevier. Die geförderten Erze entsprachen einem Wert von 4.290.700 Mark in den Jahren 1948 bis 1953 wurde die Grube Markus Röhling von der SAG Wismut aufgewältigt. Dazu wurde eine über 1000 m lange Richtstrecke aufgefahren und ein Schacht abgeteuft. Auf allen angetroffenen Erzgängen wurden Erkundungsarbeiten auf Uranerz durchgeführt, jedoch wegen Mangel an abbauwürdigen Erzen 1953 endgültig eingestellt.Seit 1990 entstand im Verein Altbergbau Markus-Röhling-Stolln der Gedanke, einen Teil des umfangreichen Grubenreviers für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und im Juli 1994 konnte das Besucherbergwerk eröffnet werden.
Am Treibeschacht Blick zum Huthaus
Das Grubengebäude "Markus Röhling" befindet sich im NW-Bereich der Annaberger Graugneiskuppel.
Die fasrigen Zweiglimmer- bis Biotitorthogneise enthalten hier schieferungsparallel (etwa 15 bis 20° Grad nach NW einfallend) zwei 0,1 bis 0,5 m mächtige Metaschwarzschiefer, die sogenannten Schwebenden (22 im gesamten Bergrevier).
Das Gebiet wird in der Teufe von Granit unterlagert, der örtlich bis zu Tage ausgehende Aufwölbungen aufweist (Buchholz). In der Bergbaugeschichte wurden im Annaberger Revier ca. 300 Erzgänge erschlossen und abgebaut. Davon entsprechen mindestens 160 der BiCoNiAgU-Formation. Im Grubengebäude Markus Röhling sind die zwei Hauptstreichrichtungen der Annaberger Gangstrukturen gut aufgeschlossen. Die jüngeren NW bis NNW- SSO streichenden Flachen, auf denen die Minerale der fluoro-barytischen und der BiCoNiAgU-Formation ausgeschieden wurden, standen im Mittelpunkt des Bergbaus.
Ihre Bauwürdigkeit war aber im Streichen sehr beschränkt, da die Erzmittel meist nur in der Nähe der Gangkreuze bauwürdig und an die sogenannten Schwebenden gebunden waren. Für den Einfluß letzterer auf die Ausfällung der Metalle ist die Grube Markus Röhling ein Musterbeispiel.
Die älteren, etwa O-W streichenden Morgen- und Spatgänge werden von der Zinn-Wolfram- bzw. der kiesig-blendigen Formation gebildet. Sie spielten für die Grubengeschichte keine bzw. eine untergeordnete Rolle. Im wesentlichen waren es im Grubenfeld der Markus Röhling Fundgrube der "Erstneuglück Flache" und der "Heynitz Flache", die sich mit unterschiedlichem Einfallen in der Teufe kreuzten und mit ihren Anbrüchen die meisten Silber- und Kobalterze lieferten. Silberträger waren besonders Proustit, Pyrargyrit, Argentit, gediegen Silber und Chloanthit. Als Kobaltträger traten Skutterudit und Safflorit auf.